Schweiz debattiert

Gruppenfoto der Mitglieder der Kerngruppe Netzwerk (v.l.n.r. Christian Graf, Charly von Graffenried, Christian Hachen, Ursula Naef, Jürg Weber; abwesend Nicolas Kehrli)

Christian Graf

Erfahrungen: 2004 entdeckte ich im Rahmen meiner Arbeit an einem Ausbildungswerk zur politischen Bildung in Deutschland das Projekt «Jugend debattiert». Zusammen mit der Stiftung Dialog gelang es, «Jugend debattiert» in deutscher, französi-scher und italienischer Sprache in der Schweiz einzuführen. Nach der Adaption der Lehrmaterialien für den Lehrplan 21 arbeite ich aktuell an Kursen zur Förderung der Debatte im Fachunterricht im Zyklus 3.

"Jugend debattiert» habe ich als einfachen Lehrgang kennengelernt, der durch seine durchdachten Übungen bei Jugendlichen zu einem grossen Kompetenzgewinn in kurzer Zeit führt. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir Erfolgserlebnisse von Jugendlichen, gerade auch solchen, die wegen der ausgeprägten Schriftlichkeit unserer Schule oftmals ihre Kompetenzen zu wenig zeigen können. Die Unterrichtsmethode eignet sich hervorragend für die Bearbeitung von kontroversen Themen im Fachunterricht – dafür setze ich mich ein."

Charly von Graffenried

Erfahrungen: Ich habe vor meiner Pensionierung am Campus Muristalden einen Debattierclub für Sekundarstufe 1 aufgebaut und betreut. Dabei konnte ich Erfahrungen mit sehr unterschiedlich redegewandten Jugendlichen machen. Als Kursleiter am Institut für Weiterbildung der PHBern habe ich bemerkt, dass auch Erwachsene gerne nach den Regeln von «Jugend debattiert» ihre Meinungen zu politischen Themen schärfen.

"An den «Jugend debattiert»-Anlässen gefällt mir immer wieder die Stimmungsmischung aus Sachlichkeit, Engagement, Konzentration, Schlagfertigkeit, Respekt, Wetteifer und Wohlwollen. Ich wünsche mir dann oft etwas mehr von diesem «Elixier» in den Debatten des Alltags und in den Auseinandersetzungen unserer Gesellschaft."

Christian Hachen

Erfahrungen: Als Lehrperson, Kursleiter und Regionalleiter des Projektes «Jugend debattiert» habe ich jahrelang erlebt, wie das Debattentraining Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz gezielt und spürbar fördert und oft deshalb viel Freude auslöst.

"Die Debatte lädt ein, sich auf eine Gegensicht einzulassen – eine Fähigkeit, die mir im Zeitalter der «Google-Algorithmus-Blase» für das gemeinsame Gestalten einer Gesellschaft unverzichtbar scheint."

Nicolas Kehrli

Erfahrungen: Bekannt mit dem Format «Jugend debattiert» wurde ich vor rund 10 Jahren mit meiner Anstellung als Lehrperson am Campus Muristalden. Seither versuche ich als Leiter des Freifachs «Muristalden debattiert» und als OK-Mitglied des Regiocups Bern sowohl in der Volksschule als auch im Gymnasium bei Jugendlichen die Begeisterung für das Debattieren zu wecken.

"Für mich ist entscheidend, dass junge Menschen unabhägig ihrer Debattierfähigkeit lernen, sich auf eine andere Perspektive einzulassen, anderen zu zuhören und ihre Meinung mit Argumenten zu veranschaulichen und zu begründen."

Ursula Naef

Erfahrungen: Als Gymnasiallehrerin habe ich zuerst am Gymnasium Kirchenfeld, danach in der Region und schliesslich im Kanton Bern mitgeholfen, das Format «Jugend debattiert» bekannt zu machen. Mich freut, dass seit 2012 immer mehr Gymnasiastinnen und Gymnasiasten das Format kennen gelernt haben. Regelmässig vertreten Delegationen den Kanton Bern am schweizerischen Wettbewerb von «Jugend debattiert»; mehrmals erreichten sie Podestplätze.

"Bei meinem Engagement für eine gute Debattierkultur leitet mich folgende Grundhaltung: «Kooperiere mit deinem Gegner, besprich mit ihm das Gute und das Gemeinsame. Auf dieser Grundlage könnt ihr im Team das Trennende bearbeiten und Lösungen finden."

Jürg Weber

Erfahrungen: Als Jugendlicher, aufgewachsen mit der Devise, ja nicht ungehörig zu reden und zu handeln, packte mich, der Zeit entsprechend, die Lust am Diskutieren. Als Lehrer wurde mir dann klar, dass Denken ohne Austausch einfältig bleibt. Debattierrunden wurden wichtig, in der Politik und in Assessments.

Im Muristalden konnte ich die «Sport-Debatte» «Jugend debattiert» erleben. Überzeugend. Gerne trage ich dazu bei, dass dieser Sport nicht elitär bleibt, sondern zum Breitensport heranwächst.

"Die Demokratie braucht Bürgerinnen und Bürger, die begründen können, warum sie mit Ja oder Nein abstimmen und warum sie wie wählen. Das Debattierformat erlaubt das lustvolle Lernen des rhetorischen Überzeugens. Mich beeindruckt der Wechsel von Rede und Gegenrede und die gelebte Gleichberechtigung, so dass alle die Möglichkeit und Verpflichtung haben, sich pointiert zu äussern, aber auch die Argumente der Gegenseite beachten müssen."